Dienstag, 24. Juni 2008

Kinderwünsche

Im Moment liegen mir beide Kinder, aber vor allen Dingen Saskia, ständig damit in den Ohren, daß sie bei ihrer Oma Edith schlafen wollen. Ein bißchen müssen sie sich noch gedulden, vom 11. auf den 12.07. ist es wieder soweit. Also weiter vertrösten...

Was habe ich das früher immer genossen: bei Oma schlafen! Da gab es leckere Sachen zum Abendbrot, noch ein paar Süßigkeiten hinterher, man durfte etwas länger aufbleiben und dann, weil die Wohnung so klein war und die Großeltern noch Fernsehen wollten, hieß es: ab in Opas Bett. Das Bett mit der dicken Daunendecke und der Heizdecke, damit man nicht fror, wenn man in die Federn krabbelte, weil das Zimmer selbst eiskalt war. Alles roch so vertraut, trotzdem fürchtete man sich ein bißchen: nebenan lief der Tatort oder Derrick, an der Zimmerdecke die fremden Schatten der vorbeifahrenden Autos, die ungewohnten Geräusche.... Irgendwann schlief man dann doch ein. Wenn Oma und Opa ins Bett wollten, mußte ich umziehen ins Wohnzimmer auf die dann ausgeklappte Couch. Opa machte sich im Bad fertig, Oma bezog die Couch und trug einen vorsichtig, ohne einen zu wecken, hinüber. Meistens ging sie mit mir auch noch einmal auf Toilette, erzählte sie mir irgendwann einmal, als ich schon viel älter war - davon habe ich allerdings nie etwas mitbekommen.

Morgens, wenn man dann aufwachte, mußte man sich immer erst einmal kurz orientieren: wo bin ich? Dann wurde leise gespielt: eine Höhle gebaut aus den riesigen Vorhängen, die direkt hinter dem Kopf herunterhingen, das machte am meisten Spaß. Wenn Oma mitbekam, daß man wach war, wurde man von der Couch gescheucht, die Bettwäsche aus dem Fenster gehängt zum Auslüften, man selber wurde ins Bad gejagt zum Waschen und anziehen und dann gab es lecker Frühstück und anschließend noch dieses und jenes: spielen, Spazieren gehen, Zoo, mal so, mal so....

Schön wars bei Oma (und Opa, obwohl der mehr in seinem Keller werkelte), ich kann meine Kinder verstehen....

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