Dienstag, 3. August 2010

Who cares? / Überraschung am Abend

Heute war er endlich da, der Tag, an dem Saskia die Trommelfellschnitte bekommen sollte (und die Rachenmandeln verlor). Morgens um 6 Uhr herrschte bereits Aufregung, denn sie achtete peinlich genau darauf, daß sie auch pünktlich ihr Zauberpflaster in die linke Armbeuge geklebt bekam (örtliche Betäubung). Um kurz nach halb 7 fuhren Männe und Saskia dann zur Tagesklinik und ich schnappte mir den zweiten Kaffee, um noch etwas zu lesen, bevor der Wecker klingeln und auch für Marcel der Tag beginnen würde.

Um kurz nach 8 brachte ich ihn in den Kindergarten, klönte dort noch ein wenig, ging dann Einkaufen und auf dem Weg nach Hause überlegte ich, wie ich die Zeit und meine Nervosität totschlagen könne. Daheim dann erst einmal kurzes Frühstück und um viertel nach 9 setzte ich mich an die Nähmaschine, um Saskias Wunschkleid für die Einschulung nähen. Zugeschnitten hatte ich bereits vergangene Woche, so daß ich zügig starten konnte.

Ich hatte kaum die ersten Nähte geschlossen, als ich den Schlüssel in der Tür hörte. Hä??? Ich stand auf, sah nach: da waren sie bereits wieder. Es war halb 10!

Saskia war fit, die Vollnarkose hatte sie prima weggesteckt, Schmerzen hatte sie so gut wie keine: die Ohren waren wieder okay, nach dem Schnitt und dem Absaugen hatte man entschieden, daß das Setzen von Paukenröhrchen unnötig wäre. Die Rachenmandeln (Polypen) waren ebenfalls ratzfatz entfernt. Das Einzige, was sie nervte, war a), daß sie sich auf die Lippe gebissen hatte beim Aufwachen und b) die anderen Kinder im Aufwachraum der Tagesklinik, die alle am heulen waren. Nachdem die Ärzte und Schwestern sie also für abfahrtauglich erklärt hatten, hatten meine Beiden die Klinik fast fluchtartig verlassen.

Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet, ich war mir nicht sicher, wie sie den Eingriff wegstecken würde. Okay, sie durfte den ganzen Tag so viel Wassereis essen, wie sie wollte (insgesamt waren es allerdings nur 3, sie ist nicht so im Ausnutzen), aber außer einem gelegentlichen Schlürfen (der Biss in der Lippe hinderte sie am vernünftigen Schlucken) ging und geht es ihr prima.

Gut, müde war sie, aber das war ja klar. Immerhin ist sie über eine Stunde früher als sonst aufgestanden. Dementsprechend schlief sie nach der Gute-Nacht-Geschichte auch sehr schnell ein.

Was mich jedoch auch noch total überraschte (und daher die etwas merkwürdige Überschrift), war das Verhalten der Ärzte. Nicht nur, daß heute am Nachmittag unser HNO-Arzt anrief und nach ihrem Befinden fragte - nein, heute abend gegen halb 9, also gut 13,5 Stunden nach dem Eingriff - rief auch noch die Narkoseärztin aus der Tagesklinik an und fragte ebenfalls nach, ob mit Saskia alles in Ordnung sei. Da war ich platt, damit hätte ich nicht gerechnet!

Morgen früh dann noch einmal zur Nachkontrolle zum HNO-Arzt und dann können wir hoffentlich das Kapitel "Saskia hört schlecht" rechtzeitig vor Schulbeginn nächster Woche abschließen.

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