Mittwoch, 28. September 2011

Septemberliche Bilderflut

Und sonst so diesen Monat?


Hibiskusblüte auf Balkonien


selbstgebackene Sonntagsbrötchen (sehen besser aus, als sie schmeckten - hatten was von Weißbrot) - hat jemand ein gutes Rezept für einfache Brötchen, die schön fluffig innen und außen knusprig sind?


Saskia hat ihre Geburtstagseinladungen selbst geschrieben, verziert und verpackt (und anschließend natürlich auch verteilt)


außerdem ist sie mal wieder im Bastelfieber - hört das nie auf?


nochmal Balkonien - unsere immens große Hokkaido-Ernte - wer soll das bloß alles essen, hä?
(selbstgezogen aus den Kernen der letztjährigen Herbstsuppe)


Blogger zeigt mir das Bild immer verkehrt an, warum auch immer. Jedenfalls:
kennt ihr shaun die "schafe Torte" ;-) Einfacher Rührteig mit Waldmeistercreme, Kakaogesicht und Marshmallowlocken - sieht witzig aus und schmeckt auch noch gut.


Matze wollte auch unbedingt mit in den Blog ;-)
Die Schule gefällt ihm wohl noch, er freut sich aber auch schon auf die Ferien und unseren Ostseeurlaub (beim letzten gemeinsamen Urlaub mit Wegfahren war er erst neun Monate alt - unglaublich!)


und zum Nähen komme ich auch noch dann und wann. Hier ist es eine Tunika für Saskia (Schnitt: Hannah von Farbenmix als Kurzarmversion) mit Gürtel, eine ähnliche Tunika habe ich für mich genäht nach einem alten Burda-Schnitt von 1975 - die allerdings in türkis. Beide Stücke werden gern getragen, es hat sich also gelohnt.

Postkarten-Überraschungswichteln

Creative-Rabbit hatte zum Überraschungs-Postkartenwichteln aufgerufen und ich bin diesem Ruf gefolgt. Lustigerweise habe ich ihre Karte erhalten,



während meine Karte dort gelandet ist.

Danke, liebe M., es hat wirklich Spaß gemacht!

Und wenn ich

morgens mal etwas mehr Zeit und ganz viel Lust habe, dann kommt das dabei heraus:

Fundstück

Hier in der Nähe gibt es ein Second-Hand-Kaufhaus, das ich gerne einmal durchstöbere, wenn ich Zeit erübrigen kann. Vorletzte Woche bereits fand ich dieses bezaubernde Set bestehend aus einem Krug (Inhalt ca. 1,5 Liter) und fünf Saftbechern. Die Stempelmarke ist von Wächtersbach, was mich aber nicht unbedingt interessiert - ich fand einfach das Dekor und die Farbe so schön, daß es mich auch nicht störte, daß ein Becher ganz eben angeschlagen ist. Für 5,- Euro habe ich das Set mitgenommen, nun trinken wir gern unseren Wichteltee daraus.

Beschwerde-Zeitalter

Normalerweise nehme ich vieles hin, sehe drüber weg, wenn mir etwas nicht paßt - aber irgendwann reicht es. Jetzt bin ich also im Beschwerde-Zeitalter angekommen - was nicht an meinem Alter und irgendwelchen körperlichen Gebrechen liegt *grins*

Vor kurzem meinte Männe morgens, er hätte neuerdings immer Rückenschmerzen nach dem Schlafen. Da wir unsere Matratzen und Lattenroste erst im vergangenen Jahr gekauft hatten, kam mir dieses merkwürdig vor. Die Einstellung der Lattenroste war richtig, noch fester konnten sie nicht eingestellt werden - dennoch lag man in einer leichten Kuhle, die über Nacht dann für ordentliche Rückenschmerzen sorgte. Also habe ich über die Homepage Kontakt mit dem O.tto-Versand aufgenommen und um Abhilfe gebeten, da dies nach so kurzer Zeit einfach nicht sein darf.

Zunächst bekamen wir eine Antwort per Mail, daß man sich der Sache angenommen hätte und fragte noch einige Details nach - wie tief die Kuhle sei, ob man ein Foto davon senden könne, wie viele Latten unser Lattenrost hätte. Diese Mail verschwand in der Versenkung, wir haben schlicht nicht daran gedacht, sie zu beantworten. Vor zwei Wochen dann kam ein Brief von H.ermes, in dem man sich entschuldigte, daß die Bearbeitung so lange dauern würde, man hätte sich noch einmal mit dem Hersteller in Verbindung gesetzt - ? Wir warteten einfach mal ab.

Letzte Woche Freitag dann kam eine Karte von H.ermes, in der die Ersatzlieferung für den heutigen Mittwoch angekündigt wurde. Männe nahm sich einen Tag Urlaub und wartete heute - und wurde nicht enttäuscht. Er bekam tatsächlich eine nagelneue Matratze geliefert, die alte wurde mitgenommen und zur Überprüfung an den Hersteller gesandt.

Wow, besser gehts nicht!


Da fällt dann kaum noch ins Gewicht, daß unsere Beschwerde bei Play.mobil, daß die in Saskias Geburtstagsgeschenk (modernes Elternschlafzimmer fürs Einfamilienhaus) enthaltenen Badeschlappen falsch verarbeitet und daher unbrauchbar wären, auch sofort fruchtete und wir heute vollkommen kostenlos Ersatz bekamen - mit Entschuldigungsschreiben!

Samstag, 24. September 2011

Männe und seine Hobbys

In seiner Kindheit hatte Männe mehrere Hobbys, die ich kenne: Briefmarkensammeln, Sport und Schlagzeugspielen zum Beispiel.

Als ich dann Männe kennenlernte, also vor fast 20 Jahren, hatte er eigentlich nur noch ein Hobby: die Feuerwehr. Da er selber dienstuntauglich war, las er jedes Magazin und sammelte Fahrzeuge und Wachen - gottseidank die kleinen H0-Modelle und keine großen).

Irgendwann kam dann das Briefmarkensammeln wieder dazu, es packte ihn einfach. Ich ließ mich auch für ein paar Jahre anstecken und so klapperten wir gemeinsam die Flohmärkte ab. Diesem Hobby ist er auch weiter treu.

Jetzt, seitdem wir Kinder im passenden Alter haben, sammelt Männe alles, was mit Play.mobil-Rittern zu tun hat - Figuren, Burgen, Fachwerkhäuser etc. pp. Dafür braucht man Platz, ist klar. So wichen die Vitrinen mit den Feuerwehrmodellen bzw. nur die Modelle, die Vitrinen werden jetzt größtenteils von Rittern und ihren Behausungen belegt. Da Männe inzwischen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weddewarden ist, hat er damit aber auch kein Problem, er kann sich im realen Leben nun feuerwehrtechnisch austoben.

Sport treibt Männe seit seiner Reha vor fünf Jahren auch wieder mehr oder minder regelmäßig, er hat sich extra im Studio angemeldet und nutzt dieses auch, sofern er nicht krank oder verletzt (oder faul oder müde oder... - sorry, Schatz, ich weiß, Du liest gelegentlich mit) ist.

Und heute? Heute rief mein Schwiegervater an, er hätte da was für Männe, würde es später vorbeibringen, wenn der Bus frei wäre....

Bus? Mir schwante übles, vor allem, nachdem Männe schnell überschlug, in welchem unserer beiden Kellerräume mehr Platz frei wäre (das ich nicht lache, Platz ist hier absolute Mangelware - obwohl, auf dem Balkon vielleicht).

Jedenfalls bekam Männe heute ein gebrauchtes Schlagzeug geschenkt, er muß es nur noch etwas aufarbeiten, da es in die Jahre gekommen ist, aber funktionsfähig wird es wohl sein.

Großartig, ich bin begeistert! (ihr dürft jetzt gern die Ironie suchen, sie ist irgendwo versteckt)

Ob ich mir mal einen Termin bei ihm geben lasse - so in ein paar Wochen, wenn er mal wieder Zeit hat?

Obwohl, Hobbys habe ich ja auch....

Keine Bange, die Kinder kommen ganz sicher nicht zu kurz ;-)

Saskias erste Klassenfahrt

ist nun erfolgreich absolviert - und sie hatte offenbar sehr viel Spaß (entgegen unserer Befürchtungen, wir saßen die meiste Zeit wie hypnotisiert in der Nähe des Telefons - okay, leicht angespannt, aber wehe, es klingelte...)

Am Mittwoch war um 10 Uhr Abfahrt der beiden zweiten Klassen, es ging nach Wüstewohlde in eine Jugendherberge. Der Ort ist nicht sehr weit entfernt, so dauerte die Fahrt noch nicht einmal eine Stunde. Nach dem Einrichten und Bettenbeziehen dort gab es erst einmal Mittagessen, dann wurde der Wald unsicher gemacht, es war extra ein Waldführer (neudeutsch Scout) gebucht worden, der mit den Kindern Laubstreuuntersuchungen und danach Tier- und Pflanzenbestimmungen vornahm. Abends dann wurde nach dem Essen noch zu heißer Musik in der Kinderdisko abgehottet.

Am Donnerstag folgte dann wieder ein buntes Programm, das Saskia allerdings nicht mehr ganz zusammenbekam - so rein erzähltechnisch -, abends gab es dann Lagerfeuer mit Marshmallows, anschließender Duschorgie und Zeckensuche durch die Lehrerin. Am Freitag nach dem Aufstehen und Frühstücken wurde dann schon wieder gepackt und dann hieß es: Abfahrt Richtung Heimat!

Wir Eltern lauerten gespannt wie Flitzebogen vor der Schule auf den Bus und nahmen strahlende, glückliche und müde Kinder in Empfang, die eine Menge zu erzählen hatten - schön, oder?

(Leider übersah Saskias Lehrerin doch eine Zecke, die auf ihrer Schulter saß. Und ebenfalls leider fanden wir die Zecke erst heute Mittag, die Stichstelle war schon gerötet und leicht erhaben. Die Zecke ist entfernt, jetzt müssen wir die Stelle im Auge behalten. Sicherheitshalber habe ich mit Kuli einen Kreis drumherum gemalt, mal sehen, was wird)

Auf jeden Fall hat es Saskia sehr gut gefallen, sie hätte uns zwar vermißt, aber dafür war nicht wirklich Zeit da. Sie war mit ihren Freundinnen auf einem Zimmer und hat in der Zeit dort viel erlebt. Jetzt hat sie ordentlich Schlaf nachgeholt und nun genießen wir das Wochenende mit "schafer Torte" (schreib ich morgen was zu) und ganz liebem Besuch!

Kaugummi gefällig?

Und dann war da noch die Mail von Trnd, daß wir mal wieder als Produkttester aktiv werden dürfen. Diesmal sind es zuckerfreie Zahnpflegekaugummis von Wrigley's für Kinder in den Sorten Erdbeer-Banane und BubbleGum. Ich nahm einige Packungen gestern bereits mit, als wir Saskia vom Bus abholten - sie kam ja von ihrer ersten Klassenfahrt zurück -, und verteilte sie nebst Fragebogen an einige Eltern, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe.

Zudem haben wir natürlich auch hier zu Hause gleich einmal probiert, wie die neuen Sorten denn so schmecken würden, und auch einige Packungen an Freunde weitergegeben. Nicht nur die Kinder finden sie klasse, auch wir Erwachsenen finden sie gut, vor allem gefallen mir jedoch zwei Dinge: zum einen sind es zuckerfreie Zahnpflegekaugummis, die man unterwegs meiner Meinung nach immer gut gebrauchen kann (wer hat schon eine Zahnbürste im Büro oder in der Schule?) und zum anderen schmecken diese Kaugummis sehr gut und seeeeehr lange - gestern habe ich meines nach einer halben Stunde nur deshalb entsorgt, weil mir die Kiefer langsam wehtaten. Geschmacklich war es immer noch einwandfrei und schön fruchtig.

Da wir insgesamt 24 Packungen voller Kaugummis (je 14 Stück pro Packung) bekommen haben, tatsächlich ein kleines Paket voll, werden wir noch etliche Packungen verteilen und auch selber vernichten können. Wir freuen uns!

Sprachlosigkeit

Alle Jahre wieder findet pünktlich zum Herbstfest auch der erste Laternenumzug hier in Geestemünde statt - und die Kinder wollen natürlich, wie jedes Jahr, auch wieder mit. Okay, kein Problem. Männe mußte zwar arbeiten, aber das kriege ich auch so hin. Freunde riefen eine halbe Stunde vorher an, sie wollten mit ihrer Tochter ebenfalls kommen, also verabredeten wir einen Treffpunkt, da es auf dem Neumarkt doch immer recht voll wird vor dem Start.

Schon während des Wartens merkte ich, wie mich die Menschenmassen um uns herum und die Sorge, ob die Kinder nicht plötzlich in der Menge abtauchen könnten, betäubten und mir durch die Anspannung die Worte schwanden. Als unsere Freunde ankamen, hatte ich schon Probleme, mich mitzuteilen. Ich schaffte es wenigstens, sie zu informieren, daß mir zuviel Gewusel ist und ich schon Probleme spüre. Da sie wissen, daß ich an einer Störung im Sprachzentrum leide, war das aber kein Problem.

Wir haben dann zu sechst die Wartezeit und auch den Umzug mitgemacht, beim abschließenden Feuerwerk am Holzhafen (laaaangweilig, jedes Jahr das gleiche Feuerwerk mit der gleichen Musik) habe ich mich frühzeitig mit Marcel verabschiedet, der dringend auf Toilette mußte, und nur kurz darum gebeten, mir Saskia gleich nachzubringen, da wir ja gottseidank direkt gegenüber des Holzhafens wohnen. Wir flitzten nach Hause, Marcel durfte das stille Örtchen aufsuchen und dann warteten wir vor dem Haus auf Saskia. Ich gab meiner Freundin noch die für ihre Stiefmutter genähte Tasche mit, die seit langem an meinem Schrank hing, und wir verabschiedeten uns.

Erst nachdem ich mit den Kindern etwa eine halbe Stunde wieder zuhause war, konnte ich mich wieder klar ausdrücken, bis dahin fehlten mir wirklich für knapp zwei Stunden fast gänzlich die Worte - gesprochen wie gedacht, es kam nix Vernünftiges zustande, höchstens mal Halbsätze, die irgendwo dann in der Luft hingen. Ansonsten "funktioniere" ich fast normal in diesen Phasen, aber solch eine Sprachlosigkeit hatte ich schon seit etlichen Wochen nicht mehr.

Im nächsten Jahr dann also Lichterspektakel im Speckenbütteler Park statt Laternelaufen durch Geestemünde - das wird hoffentlich nicht so stressig!

Montag, 19. September 2011

Heute vor acht Jahren

Der Sommer 2003 war unglaublich heiß, viele Tage über 30 Grad - und wir renovierten unsere neue, größere Wohnung, brauchten wir doch mehr Platz, ein Kinderzimmer. Ich war hochschwanger und hatte dennoch Energie für zwei, mir machte die Hitze nicht viel aus.

Kaum waren wir einigermaßen angekommen, kündigte sie sich an und brachte noch mehr Sonne in unser Leben.

Unglaublich, nun ist sie schon 8!


Herzlichen Glückwunsch, Saskia!

Sonntag, 18. September 2011

Und sonst so sonntägliches

Da es heute morgen regnete, fiel ein Flohmarktbesuch buchstäblich ins Wasser: in der Halle stehen eh immer die gleichen Anbieter und bei Regen finden sich auch draußen, unter freiem Himmel, keine Anbieter, also ließen wir es. Um die Chance zu erhöhen, dennoch ein Kind zu verlieren (Achtung, Ironie!), fragte ich die Kinder, ob sie heute nicht einmal die Sonntagsbrötchen holen wollten. Saskia zögerte zunächst, wie üblich, aber als ich ihr sagte, daß ich sie nur gemeinsam schicken würde und Marcel so begeistert war, stimmte sie auch zu, nachdem ich ihm das Versprechen abnahm, a) auf seine Schwester zu hören und b) sie auch wirklich an die Hand zu nehmen.

Nun, was soll ich sagen? Nach nur wenigen Minuten waren beide Kinder wieder wohlbehalten und stolz wie hulle wieder da. Gut fürs Selbstvertrauen der Kinder war es ganz sicher, auch wenn Männe und ich arg unruhig waren und die ganze Zeit aus dem Küchen- bzw. Wohnzimmerfenster schauten, wo sie denn blieben.

Zum Verschwinden Matzes von letzter Woche erklärte er uns übrigens noch, wir hätten ja schließlichzu ihm gesagt: "Wenn Du jetzt nicht kommst, fahren wir ohne Dich". Offenbar hatte er uns doch gehört, und als er aufblickte und uns nicht sofort entdeckte (ich sag nur: vier bis fünf Meter, mehr nicht!), lief er eben zum Auto und wartete dort - tränenüberströmt traf Männe ihn dort an, es hätte ja sein können, daß wir, nur um ihn zu ärgern, zu Fuß nach Hause gelaufen wären. Das sind Gedankengänge, da komme ich manchmal echt nicht mit. Er ist 6!

Arbeitsteilung oder: Albernes vom Tage

Gespräch beim Frühstück:

ich: Ich freue mich darauf, bald an die Ostsee zu fahren.
Männe: Das heißt "auf", nicht "an".
ich: Wieso auf? Spinnst Du? Oder ist die Ostsee Ende Oktober bereits zugefroren?


Später am Tage dann dieses:

Ich: Finger weg, das geht jetzt nicht.
Männe: Ich weiß, ich hab Deine Tage!
ich: Soso, Arbeitsteilung, oder was? Du hast meine Tage und ich? Was hab ich?

Männer!

Montag, 12. September 2011

Schulisches

Die Kinder sind offenbar gut im neuen Schuljahr angekommen.

Saskia hat endlich keine Hausaufgaben mehr auf, es gibt jetzt täglich eine halbe Stunde Übungszeit, in der ein Wochenplan bearbeitet wird. In der Folgewoche dürfen die Kinder den Plan mit Kommentaren der Lehrerinnen dann mit nach Hause bringen, so daß wir auch auf dem aktuellen Stand sind.

Die Arbeitsgemeinschaften sind nun auf die Vor- und Nachmittage verteilt, es findet nun also auch schon einmal Unterricht am Nachmittag statt. Gute Idee, denn im letzten Schuljahr kamen doch etliche Eltern immer wieder auf die Idee, ihre Kinder zu irgendwelchen ominösen Terminen früher abzuholen, AGs sind ja nicht so wichtig. Das ist jetzt nicht mehr so einfach. Zudem können z.B. Arzttermine auf Dienstag oder Freitag Nachmittag gelegt werden, da ist das frühere Abholen nach Ankündigung möglich, manche Eltern haben an diesen Tagen auch nur eine Betreuung bis 13 oder 14 Uhr angemeldet.

Marcel ist in seiner Klasse offenbar auch ganz zufrieden, er malt immer noch ganz enthusiastisch Einsen, Zweien, M + m sowie Silbenbögen (und Regenbögen) - er scheint sich wohlzufühlen und kommt ausgeglichen nach Hause.

Die Kinder haben jeden Tag zwischen 13 und 14 Uhr in der Schule, direkt nach dem Mittagessen, die sogenannte "Was Ihr wollt-Zeit", in der sie die Wahl haben zwischen Toben in der Bewegungslandschaft, Entspannen im Ruheraum, Tanzen in der Disko, Lesen in der Bücherei oder ganz einfach Spielen auf dem schönen Pausenhof.

So hole ich jeden Tag zufriedene Kinder ab, die mir nicht ständig in den Ohren liegen, wann wir zum nächsten Spielplatz gehen - sie haben getobt und nichts dagegen, mal in Ruhe zu spielen oder zu kuscheln. Herz, was willste mehr?

Nächste Woche nun steht die erste Klassenfahrt an, Saskia fährt von Mittwoch 10 Uhr bis Freitag 11 Uhr mit ihrer Klasse in eine Jugendherberge hier ganz in der Nähe. Sie ist schon ganz aufgeregt und freut sich!

Was für eine Nacht - und der Tag war auch nicht besser...

Gestern bin ich ja aus den bekannten Gründen nicht wirklich ins Bett gekommen. Gegen 1 Uhr nachts hatte ich mich endlich aufraffen können und bin ins Bett - und wurde um 2 Uhr schon wieder von Saskia geweckt, die schlecht geträumt hatte. Sie ließ sich von mir wieder beruhigen (warum reagieren Männer eigentlich nie - er hatte sie doch auch gehört, wie er mir heute Mittag erzählte *grummel*) und ich schlief noch ein paar Stunden.

Als der Wecker klingelte, war ich alles andere als fit. Der Kopf dröhnte bereits und die Augenlider klemmten. Half ja nichts, wir mußten hoch! Praktischerweise fängt die Schule montags immer erst um 8.45 Uhr an, so daß wir relativ in Ruhe aufstehen und frühstücken konnten. Auch nach einem Kaffee ging es meinem Kopf noch nicht wirklich besser und ich überlegte bereits, mich nach dem Kinderwegbringen krankzumelden, ließ es dann aber. Im Büro war gut zu tun und koffeinfreier Kaffee hilft nicht gegen Kopfaua, das hielt sich hartnäckig. Nach dem Mittagessen raffte ich mich dann endlich auf, eine Kopfschmerztablette zu nehmen und als ich die Kinder um 15.30 Uhr von der Schule abholte, war endlich Ruhe im Kopf. Ansonsten hätte ich unseren Nachmittagsbesuch, eine Klassenkameradin Saskias mit Mutter und zweijährigem Sabbermonster, wohl auch nicht ertragen.

Heute gehe ich definitiv früher ins Bett!

Sonntag, 11. September 2011

Schreck am Vormittag: Kind weg!

Das brauch ich echt nicht öfter, obwohl ich schon länger befürchtete, daß es einmal so weit kommen würde, weil Marcel weder hört noch reagiert, wenn man ruft.... Aber von Anfang an:

Heute morgen schmiß Marcel uns bereits vor sieben Uhr aus dem Bett - nicht so schön an einem Sonntag. Wir frühstückten, trödelten ein bißchen herum und beschlossen dann, da das Wetter recht schön war, zum Flohmarkt zu fahren. Gesagt, getan.

Nach gut einer Stunde hatten wir die Runde geschafft, ein paar Kleinigkeiten mitgenommen und waren nun auf dem Weg Richtung Auto. Ein paar Stände lagen noch vor uns, nichts interessantes, wie wir schon auf dem Hinweg gesehen hatten. Marcel blieb stehen und besah sich Babyspielzeug, das nun wirklich nichts mehr für ihn ist. Männe ging langsam weiter, wir riefen ihn, er reagierte nicht - wir riefen wieder, er reagierte wieder nicht - so ist das halt, wenn er in seiner Welt steckt. Auch ich hatte mich inzwischen mit Saskia ein paar Schritte entfernt, hatte ihn aber immer im Auge.

Dann sah ich kurz auf den Tisch, vor dem wir standen, wandte den Kopf zurück - und Marcel war weg, wie vom Erdboden verschwunden. Keine zwei Sekunden! Ich bin zurück zu dem Ort, wo er zuletzt stand, um den Tisch herum, hinter den Wagen des Anbieters: nichts, kein Marcel! Dann rief ich Männe zu, daß Marcel weg sei. Wir stimmten uns ab, wer in welche Richtung läuft. Ich ging, Saskia an der Hand, zurück auf das Gelände, wo es von Menschen nur so wimmelte. Wir bahnten uns einen Weg durch die Massen, ich sah nach rechts, ich sah nach links, nur was ich nicht sah, das war Marcel. Wie sollten wir ihn hier nur wiederfinden? Rufen hatte keinen Sinn, zum einen war die Geräuschkulisse eh recht hoch und zum anderen würde Marcel sowieso nicht reagieren, wir kennen ihn ja schließlich.

Ich spürte Panik in mir hochsteigen, das Herz klopfte bis in den Hals. Ich zog Saskia weiter, hielt sie ganz fest und bahnte mir den Weg, ging im Bogen zurück zum Ausgangspunkt und sprach noch einmal den Händler an, ob er Marcel gesehen hätte, was er verneinte. Innerlich formulierte ich schon den Anruf bei der Polizei, als mein Handy, das ich bereits in der Hand hielt, klingelte. Männe war dran, er fand Marcel an unserem Wagen, wo er stand und bitterlich weinte, weil er dachte, wir wären ohne ihn gegangen. Er ist den ganzen Weg zum Auto gelaufen, daß war ein ganzes Stück die Straße hoch, ein Gebiet, das wir nur gelegentlich gemeinsam an Sonntagen ablaufen. Diesen Parkplatz nutzten wir erst das zweite Mal, trotzdem fand er das Auto und wartete dort!


Ich hab jetzt noch einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen, während ich das hier schreibe. Ich hatte Angst, große Angst, daß meinem kleinen gutgläubigen Jungen, der beherzt jedem Erwachsenen vertraut, etwas zugestoßen sein könnte und wir ihn vielleicht nie wieder sehen. Jetzt liegt er in seinem Bett und schläft und ich muß das hier einfach loswerden, sonst beschäftigt es mich noch für Stunden (das wird es wohl so oder so, aber trotzdem, es muß raus).

Zwei Sekunden! Noch nicht einmal!! Paßt auf Eure Kinder auf, die sind schneller, als man denkt........................

Montag, 5. September 2011

Ach ja, diese Kinder

Wir haben Saskia auf Anregung ihrer Klassenlehrerin hin auf das mögliche Vorliegen einer Hochbegabung testen lassen. Ihre Lehrerin meinte, daß es möglich ist, daß Saskia aufgrund von Unterforderung in der Schule gelegentlich so aggressiv und wütend ist. Da wir eh einen erneuten Termin bei unserer Verhaltenstherapeutin wegen der Vorkommnisse in den Sommerferien (rote Karte bei den Tagen im Grünen = Ferienfreizeit mit Rauswurf und Ausschluß dort) vereinbart hatten, sprach ich diese auch darauf an. Sie meinte, es sei kein Problem von ihr, diesen Test durchzuführen, wir müßten nicht extra den Schulpsychologen dafür aufsuchen.

Vergangene Woche nun erhielten wir die Testergebnisse, nachdem Saskia drei Wochen lang jeden Donnerstag von 18 bis 19 Uhr getestet worden war. Der Test nennt sich den Kindern gegenüber "Rätselkoffer", damit sie locker und unbefangen sind und nicht unter Anspannung stehen, weil sie ja nun getestet werden würden, was ich sehr gut fand.

Saskia ist gottseidank nicht hochbegabt. Sie weist eine überdurchschnittliche Begabung auf, vor allem im Bereich der Logik. Die schlechtesten Ergebnisse, und die liegen ebenfalls noch im Durchschnittsbereich, hatte sie bei der Sprachwahrnehmung, so einfache Fragen wie "Warum tragen alle Polizisten eine Uniform" oder "Was haben rot, gelb und blau gemeinsam?" erschlossen sich ihr nicht bzw. sie konnte (oder wollte) diese nicht benennen. Ich vermute, daß sie vielleicht zu kompliziert dachte und deshalb nicht auf das Naheliegende kam (a: damit sie erkennbar sind und b: es sind Farben) - wer weiß das schon? Beachtlich findet die Therapeutin die Ergebnisse trotzdem, immerhin ist Saskia immer abends ab 18 Uhr getestet worden; vormittags wären die Ergebnisse vielleicht noch besser ausgefallen.

Nun kann die Therapeutin nach Bewilligung der Therapie, die ja erst beantragt werden muß (was sie übernimmt - uff) sich auch auf diese Bereiche konzentrieren. Sie stellte die Vermutung auf, daß Saskia, nachdem sie ja jahrelang nicht richtig hören konnte, nun mit der Geräuschkulisse in der Schule überfordert ist und daher so wütend reagiert, zudem ist sie es noch aus dem Kindergarten gewohnt, sich allein "durchzumuddeln". So war ihre Hauptbeschäftigung im Kindergarten ja auch das Basteln und Malen, sie spielte eher selten mit anderen zusammen. So war es ja auch in der Freizeit - je größer die Gruppe der spielenden Kinder wird, desto mehr kapselt sie sich ab oder wird zickig.

Jetzt muß ich noch mit Saskias Lehrerin sprechen, damit diese auch Bescheid weiß und vielleicht dafür sorgen kann, daß es etwas ruhiger in der Klasse zugeht, gegebenenfalls setzt Saskia doch während lauter Phasen die im Klassenraum stehenden Kopfhörer auf.

Ach, mein kleines großes schlaues Mädchen - wir kriegen auch das hin!