Dienstag, 26. Januar 2010

Freundschaften

Ich habe nicht viele Freunde. Aus Zeitgründen, aber auch, weil mir die "richtigen" Leute noch nicht untergekommen sind. Mir fehlt aber auch nichts, ich bin so ganz zufrieden. Meine Familie ist klasse, Mama und Schwiegermama geb ich nicht wieder her, mein Bruder ist zwar unzuverlässig, aber eben mein einziger Bruder (und auch derjenige, bei dem ich wirklich nie ein Blatt vor den Mund nehmen muß). Dazu noch der beste Freund meines Mannes, der mit meiner Freundin verheiratet ist und den wir mit Familie dann und wann sehen - viel mehr eigentlich nicht. Klar, etliche Bekanntschaften, vor allem durch den Kindergarten, aber sonst ...


Nun bin ich mit Marcel ja einmal wöchentlich in der Musikschule. Ein Kurs für Kinder ab 4 Jahren, insgesamt 8 Kinder mit je einem Eltern- oder Großelternteil. Ein Mädchen aus diesem Kurs ist mir besonders ans Herz gewachsen, da sie die weibliche Ausgabe von Marcel ist. Mit allen Macken und Eigenheiten. Leider war Lina in den vergangenen Wochen nur noch sporadisch da, sie hat einfach keine Lust mehr auf den Kurs.



Vergangenen Freitag traf ich Linas Mama Heike in der Bücherei, in die ich Marcel nach der Ergotherapie brachte, die Gruppe hatte dort einen Termin fürs Bilderbuchkino. Wir quatschten kurz, sie erklärte, daß sie Lina abmelden würde, weil sie sich einfach weigere, noch weiter dorthin zu gehen: sie singt gerne, die Rhythmus-Übungen findet sie auch toll, aber Keyboard-Spielen geht gar nicht. Und Heike hat keine Lust mehr auf den wöchentlichen Kampf. Aber sie würde uns ungern aus den Augen verlieren, denn auch sie hat die Ähnlichkeit zwischen Marcel und Lina fasziniert beobachtet. Ob wir uns nicht mal treffen wollten? Klar hatte ich Lust. Das ist normalerweise der Punkt, wo ich z.B. im Kindergarten so etwas von mir gebe wie "wir telefonieren dann mal" oder "reden wir morgen drüber, ich muß los". Diesmal trat ich mir selber in den Hintern, bei aller Zeitnot, in der ich steckte, da ich ja Saskia noch vom Kindergarten abholen mußte, um sie in der Schule anzumelden. Wir haben gleich einen Termin ausgeguckt, Telefonnummern ausgetauscht und ab da: einfach vorgefreut!

Letzten Freitag waren wir bei ihnen zu Hause: Marcel, Saskia und natürlich auch ich. Es war ein einfach toller Nachmittag, die Kinder hatten viel Spaß, Heike und ich haben ohne Punkt und Komma geredet. Wir haben so viele Gemeinsamkeiten entdeckt, das ist irre. Nicht nur bei den Kindern - nein, auch wir beide sind uns unwahrscheinlich ähnlich. Gleiche Hobbies, gleiche Interessen, ähnliche Lebensumstände. Es gab keine unangenehmen Gesprächspausen, auch Heikes Mann, der um 17 Uhr zu uns stieß, fand ich symphatisch. Wir haben uns rundum wohl gefühlt, Heike und Anhang ging es genauso. Und wir haben gleich einen neuen Termin abgemacht, diesmal bei uns zu Hause. Unsere Wohnung kennen sie noch als Arztpraxis, die sie mal war - Heike und Uwe haben dort von Heikes Schwangerschaft erfahren, wo ich heute sitze und blogge ;-)

Am Freitag, den 05.02., kommen sie uns besuchen.

Und ich freu mich schon mal vor!!!

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