Dienstag, 23. November 2010

Frau G.

Ich wollte noch kurz von unserem ersten Besuch bei der Psychologin/Psychotherapeutin Frau G. berichten:

Die Praxis war schnell gefunden, wir waren viel zu früh da. Ich muß mir merken, daß es nur 10 Minuten Fußweg sind, wir haben die letzte halbe Stunde im Discounter um die Ecke vertrödelt, dort war es wenigstens warm und trocken ;-) Auf unser Klingeln öffnete uns eine junge Frau, vielleicht Anfang 30. Ich war etwas überrascht, als sie sich als Frau G. zu erkennen gab. Damit war aber auch schon einmal klar, daß es sich nicht um meine ehemalige Kollegin handelte.

Wir wurden ins Wartezimmer gebeten, da sie noch mit einem Patienten sprach. Pünktlich um 17 Uhr wurden wir dann nach nebenan in einen großen, gemütlich eingerichteten Raum gebeten, in dem deckenhohe Regale mit Büchern und Spielen waren, ein runder Tisch mit Stühlen, ein Sofa, ein paar Sessel, ein Puppenhaus etc. pp. Gemütlich war es, überall roch es noch leicht nach Farbe und neuem Boden, ich mag das. Saskia stürzte sich auf das Puppenhaus, ich ging mit der Therapeutin erst einmal die Eckdaten durch wie Name, Adresse, Telefonnummer, Familienstand, Geschwister usw. Dann rief sie Saskia heran und wir sprachen darüber, warum wir dort sind, sie fragte uns Löcher in den Bauch und erklärte, wie die Stunden gestaltet sind. Sie machte sich viele Notizen, fragte mal Saskia, mal mich. Dann, nach etwas über einer halben Stunde, bot sie Saskia an, noch etwas mit ihr zu spielen, das mache sie mit allen "ihren Kindern" so. Saskia suchte sich Halli Galli aus und die beiden spielten und beschnupperten sich, während ich die Beobachterrolle einnahm. Danach spielte Saskia noch einen Moment allein, während ich mit der Therapeutin nach dem nächsten Termin fahndete. Da die nächstmöglichen weiteren Termine genau dann liegen, wenn wir zum Narkosevorgespräch müssen bzw. an dem Tag, an dem Saskia wieder operiert wird, einigten wir uns dann auf den 16.12. als nächsten Termin. Zwar ein bißchen hin, aber immerhin. Bis dahin soll ich mit Männe noch einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen, damit sie mehr über Saskia und uns erfährt.

Das wars dann auch schon gewesen für heute, die 50 Minuten vergingen wie im Flug. Wir haben einen ersten Eindruck gewonnen, Saskia sagte mir beim Ins-Bett-gehen, daß sie die Frau G. echt total nett fand. Auf meine Nachfrage hin, ob sie sich denn auch vorstellen könne, daß ihr die Frau G. helfen kann, nickte sie lächelnd. Na, immerhin was!

Ich hoffe, hoffe, hoffe, sie findet einen Zugang zu Saskia und kann ihr helfen. Wie sagte Frau G.: Hast Du das Chamäleon auf den Bildern im Flur gesehen? Es ändert die Farbe, bleibt aber immer ein Chamäleon. So ist das auch mit Dir: Du änderst mit meiner Hilfe etwas in Deinem Verhalten, aber Du bleibst immer Saskia. Es werden Dir weder die Haare geschnitten noch sonst etwas mit Dir gemacht, ich gebe Dir nur Hilfen, wie Du besser z.B. mit Deiner Wut umgehen kannst. Du bleibst immer Du!

5 Kommentare:

  1. Was Frau G. am Ende gesagt hast ist toll! Schön, das die Sympathie auch gleich gestimmt hat.

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  2. Ja, das hat mich auch sehr gefreut. Insgesamt machte sie einen sehr sympathischen Eindruck, ich hoffe, er verfestigt sich in den nächsten Stunden, so daß wir bei ihr bleiben können.

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  3. Das klingt doch super, ich wünsche Euch viel Erfolg!

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  4. Oh, da könnt Ihr bestimmt erstmal durchatmen, oder?

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  5. Ja, das tun wir. Schade nur, daß der nächste Termin erst in drei Wochen ist, aber die Ohren-OP hat natürlich Vorrang.

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