Saskia hat - mal wieder, man kann es eigentlich nicht anders sagen - gestern bei den Tagen im Grünen die rote Karte gezeigt bekommen und mußte von uns mittags abgeholt werden. Am vierten Tag war sie das dritte Mal so negativ aufgefallen, daß man entschied, sie für dieses Jahr auszuschließen. Was genau vorgefallen war, hat man uns nicht berichtet, da muß ich noch etwas forschen. Saskia selber gab nur zu, daß sie einen der Betreuer gehauen habe, weil man sie nicht das Theaterstück für die Sechsjährigen sehen lassen wollte. Das geht so natürlich nicht, das ist klar.
Sie rutscht immer wieder in dieses uns inzwischen wohlbekannte Muster, sie entzieht sich, bockt, wird aggressiv bis hin zum Schlagen oder Treten. Was also tun?
Bevor Männe die Große abholte (wir waren gerade beim Essen), sprachen wir darüber, erst einmal ihr Zimmer von sämtlichen Spielzeugen, Büchern und Musikalien zu befreien, so daß sie nur noch das blanke Zimmer hat. Das kann natürlich keine Dauerlösung sein, hat sie aber erst einmal zum Nachdenken gebracht, weil sie sich nicht ablenken konnte. Sicher bekommt sie die Sachen zurück, bei der Gelegenheit kann dann gleich einmal ordentlich aussortiert werden.
Zudem habe ich einen erneuten Beratungstermin bei unserer Verhaltens- und Psychotherapeutin vereinbart, die uns ja bereits im Herbst letzten Jahres hilfreich zur Seite stand. Dort können wir Ende Juli einmal vorbeikommen und schauen, was zu tun ist.
Und heute kaufe ich auf dem Weg ins Büro die B.rigitte und entdecke darin einen Artikel (Kurzfassung hier) über Jesper Juul, der mir wirklich zu denken gibt. Ich habe ihn inzwischen mehrfach gelesen und ihn auch für Männe ausgeschnitten. Ich denke, man sollte wirklich einmal auf solche Grundsätze eingehen wie z.B. "Belohnen ist wie Bestrafen" oder "Sprich mit dem Kind und stelle nicht nur Fragen". Die Ansätze klingen logisch, mal sehen, ob wir sie umsetzen können.
Es hätte mir schon zu denken geben müssen, daß Saskia in letzter Zeit abends immer wieder fragte, ob wir denn morgen Zeit zum Kuscheln haben würden und sie schlecht in den Schlaf finden konnte. Offenbar ist ihr Zeitverständnis eben ein anderes als meines, da ich der Meinung war, wir hätten doch täglich gekuschelt - sie muß es anders empfunden haben.
Also müssen wir unsere Erziehungsmethoden gründlich überdenken in der Hoffnung, damit dem Kind und auch uns wirklich helfen zu können. Ich bitte um gedrückte Daumen!
Dienstag, 12. Juli 2011
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Hallo liebe Petra, ich denke nicht, dass Du Deine Erziehungsmethoden grundsätzlich überdenken mußt. Ich habe mir die Kurzfassung von Herrn Juul durchgelesen und sie sagt mir eigentlich nichts Neues. Du machst das schon ganz gut mit Deiner Erziehung und es gibt immer welche, die alles besser wissen oder die Regeln auf den Kopf stellen. Erziehe Deine Kinder so wie Du es für richtig hälst und Du machst es richtig. Dass Saskia vielleicht ein Problem im Umgang mit anderen hat, versuchst Du ja schon mit der Psychologin zu lösen. Bleib da dran. Mehr kannst Du nicht tun. Du gibst Deinen Kindern alle Liebe der Welt und lass Dich nicht verrückt machen. Es ist nicht Deine Erziehung, sondern die heutige Gesellschaft, die alles so schwierig macht, weil man immer wieder alles auf den Kopf und in Frage stellt.
AntwortenLöschenliebe Grüsse
Brigitte
Einfach: danke!
AntwortenLöschen(trotzdem macht man sich Sorgen, man kommt halt nicht aus seiner Haut)
Liebe Grüße
Petra