Wo steht das eigentlich, daß Jungs so risikofreudig sind und überall die Finger dran haben müssen? Oder ist das nur hier so? Marcel jedenfalls ist sehr risikofreudig, alles muß untersucht und beäugt werden, Gefahren werden nicht gesehen. Bei der Krankenkasse haben wir bestimmt schon eine leuchtende Akte, nach jedem zweiten Unfallarztbesuch müssen wir wieder irgendwelche Fragebögen ausfüllen.
Am Wochenende schliefen die Kinder ja bei ihrer Oma. Marcel untersuchte wohl ihren Crosstrainer etwas genauer und klemmte sich dabei die linke Hand ein. Oma ist ja nun nicht blöd, hat lange genug als Kinderkrankenschwester gearbeitet und demgemäß mit Salbe und Verband die Hand bestens versorgt. Gestern morgen war sie jedoch immer noch etwas schmerzempfindlich und leicht geschwollen, zudem waren einige Stellen bläulich unterlaufen, wohl ein dicker Bluterguß. Wir wollten noch abwarten und brachten Marcel erst einmal in den Kindergarten. Männe versorgte die Hand mittags nach Marcels Wehklage wieder und konnte weiter erstmal nichts tun, da es zum einen eben Mittagszeit war und zum anderen Marcels Krankenversicherungskarte in meinem Portemonnaie ist, das ich natürlich bei mir hatte - im Büro.
Nach dem Elterngespräch schnappte ich mir dann den Lütten, es war kurz nach 15 Uhr, die Arztpraxen also wieder offen. Der Unfallarzt ein paar Straßen weiter hat ein Röntgengerät, also ging ich dort hin. Männes Einwand, dort wäre es immer viel zu überlaufen, gerade Montags, bewahrheitete sich nicht, vor uns waren nur drei oder vier Patienten dran.
Nach etwas über einer Stunde konnten wir die Praxis bereits wieder verlassen. Marcel hat wenigstens eine schwere Prellung, die erst einmal für eine Woche mit einer stabilen Schiene und einem Verband ruhiggestellt ist. Nächsten Montag dann kommt die Schiene wieder ab und erst dann wird entschieden, ob ein Röntgenbild nötig ist oder nicht. Ich denke, daß war die bessere Entscheidung, da so ein eventuell überflüssiges Röntgen vermieden wurde. Der Arzt hatte mir die Wahl überlassen: entweder Röntgen, um einen Bruch auszuschließen, was in dem Alter aber nicht so einfach ist wegen der Wachstumsfugen, dann Schiene zur Ruhigstellung. Oder gleich die Schiene zum Ruhigstellen und in einer Woche weitersehen. Hat Marcel dann immer noch Schmerzen, röntgen und wieder Schiene, sind die Schmerzen weg, war es wirklich nur eine Prellung, dann haben wir ein unnötiges Röntgenbild mit der damit einhergehenden Strahlenbelastung des ja noch sehr jungen Körpers verhindert.
Also: nächsten Montag sehen wir weiter, bis dahin ist Marcel der King im Kindergarten mit seiner schicken rot (!) verbundenen Schiene ;-)
Dienstag, 16. November 2010
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